Historie

  • 1913 - 1918
    Mit Alfred Eversbusch fing alles an.

    Empfang der Jagdflieger- Geschwaderkommandeure durch die Pfalz-Flugzeugwerke im Februar 1918. 3. v. l., stehend: Alfred Eversbusch

    Mit Alfred Eversbusch fing alles an

    Der Initiative des damals 28-jährigen Alfred Eversbusch - ältester Sohn von Alfred Eversbusch, der in Neustadt an der Weinstraße eine Eisengießerei betrieb - ist es zu verdanken, dass 1913 die Pfalz-Flugzeugwerke gegründet wurden.

    Gründe dafür waren die technische Ausbildung von Alfred Eversbusch, seine außergewöhnliche technische Begabung und die Tatsache, dass die Familie Eversbusch erkannte, dass in der aufkeimenden Luftfahrtbranche die Zukunft lag - zumal es in der damaligen bayerischen Rheinpfalz noch keine Flugzeugfirma gab und gerade der Übergang von Einmann-Ingenieurbetrieben zu Handwerksbetrieben vollzogen wurde.
    Daher erschien der Familie Eversbusch das Risiko eher niedrig, obwohl im preußisch dominierten Rest des Deutschen Kaiserreiches mehr und mehr Flugzeugfabriken aus dem Boden schossen und eine Bildung von weiteren Flugzeugfabriken nur dann noch erwünscht war, wenn es sich um kapitalkräftige und großzügige Unternehmen handelte.
    Da die finanziellen Mittel eines Einzelnen nicht groß genug waren für solch eine Unternehmung, beteiligte sich nicht nur die ganze Familie Eversbusch. Das heißt neben Alfred Eversbusch, seinem Bruder Ernst und seinem Schwager Willy Sabersky-Müssigbrodt kamen noch drei weitere Gesellschafter hinzu: die Brüder Richard und Eugen Kahn sowie August Kahn, der aber nicht direkt mit den Brüdern verwandt war.

    Flugmaschine der Familie Eversbusch aus Neustadt, 1913

    Am 3. Juni 1913 war es amtlich

    Die Gründung der Pfalz-Flugzeugwerke GmbH wurde am 3. Juni 1913 in Neustadt/W. beurkundet und am 12. Juli 1913 in das Handelsregister beim Amtsgericht Ludwigshafen eingetragen. Im Handelsregister stand: "Gegenstand des Unternehmens ist der Bau von Flugzeugen und die Ausbildung von Flugzeugführern sowie die Betätigung aller Geschäfte, die geeignet sind, das Unternehmen zu fördern." Als Geschäftsführer wurden Alfred Eversbusch und Richard Kahn eingesetzt. Das Kapital betrug 50.000 Mark, davon waren 20.000 Mark reine Sacheinlagen. Die Sacheinlagen bestanden aus einer Flugmaschine, einem Flugzeugschuppen, einem Opel-Flugmotor sowie verschiedenen Werkzeugen und Zeichnungen. Die Flugmaschine brachten die Gebrüder Eversbusch mit, vermutlich eine Eigenkonstruktion, die 1912/13 in Neustadt entstand. Flugversuche führten mindestens Anfang 1913 zu einem leichten Flugunfall von Alfred Eversbusch, der sich demnach anfangs auch als Pilot versuchte.

    Erste Flugzeughalle von Speyer, 1913

    Firmenstandort direkt am neuen Speyerer Flugplatz

    Schon früh - noch vor der Gründung der Pfalz-Flugzeugwerke - bemühte sich Alfred Eversbusch um die Pachtung eines Geländes an dem neu geschaffenen Speyerer Flugplatz. Bereits im März 1913 erhielt Alfred Eversbusch einen Vertragsentwurf für die Verpachtung. Denn die Stadt Speyer war damals sehr an dem neuen Wirtschaftszweig "Flugzeugbau" interessiert.

    Schließlich konnten 2,000 m² zu 10 Pf. pro m² erworben werden. Zudem wurde der Schuppen des Flugvereins für 50 Pf. pro Tag verpachtet, und die in der Nähe stehende Festhalle konnte sogar kostenlos genutzt werden

    Im gemieteten Schuppen auf dem Flugplatz wurden hauptsächlich technisch klare bzw. flugbereite Flugzeuge der PFW abgestellt.

    Erster Pfalz-Doppeldecker mit Fertigungsmannschaft der Pfalz-Flugzeugwerke, 1913/14

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es schnell bergauf

    Scheinbar aus wirtschaftlichen Gründen richtete man sich auf einen Lizenzbau ein. Denn Willy Sabersky-Müssigbrodt, der als Einziger eine technische Ausbildung im Flugzeugbereich hatte, ging bereits 1914 als Konstrukteur zu einer anderen Firma. Um einen Lizenzvertrag zu erhalten, wandte sich Alfred Eversbusch an die Albatroswerke in Berlin-Johannisthal. Doch die waren nur dann an einer Lizenzvergabe interessiert, wenn man sich an den Pfalz-Flugzeugwerken beteiligen konnte. Deshalb wurde ein Vertrag zur Gründung einer neuen Firma geschlossen: Pfalz- Flugzeugwerke Licenz Albatros GmbH. Doch zu echten Aktivitäten dieser neuen Firma kam es nie. Denn schon bereits am 5. August 1913 beantragte die Albatros GmbH die Löschung der Eintragung.

    Nach einigen juristischen Plänkeleien wurde im Dezember 1913 der Löschung des Antrags stattgegeben und die Firma erneut als Pfalz-Flugzeugwerke GmbH eingetragen.

    Ersttagsbrief aus Windhuk zur Erinnerung an 85 Jahre Luftpost, 1989

    Aufwärts mit dem Otto-Doppeldecker

    Nach der Lieferung des zugesagten Musters begann sofort die Herstellung des ersten Lizenz-Flugzeugs durch die Pfalz-Flugzeugwerke in der Speyerer Festhalle. Nebenher wurden auch gebrauchte Otto-Doppeldecker repariert.

    Das erste Flugzeug war von der Firma Rudolf Hertzog, einer international bekannten Konfektionsfirma aus Berlin, bestellt worden. Nach der Fertigstellung dieses ersten eigenen Flugzeugs betrieb man intensive Werbung damit. Unter anderem landete man bei einem Streckenflug mit diesem Flugzeug in Tübingen, was für das Städtchen am 25. Oktober 1913 die erste "Fliegerlandung" bedeutete.

    Schon am 18. Mai 1914 startete Bruno Büchner mit 60 Postsendungen nach Usakos in Namibia, das er mit zwei Zwischenlandungen auch erreichte. Sie erhielten den Stempel "Erster Flugpostversuch in DSWA". Eine 50 Cent-Briefmarke und ein Ersttagsbrief erinnerten 75 Jahre später an dieses Ereignis.

    Eisenbahnbetrieb in Daressalam mit 100-PS-Rapp-Motor des Pfalz-Doppeldeckers, 1915

    Schauflüge über Afrika

    Die Vorstellung des ersten Flugzeugs führte von Afrika weiter über Karibib, Okahandja, Brakwater nach Windhuk. Da ein Flug über Kapstadt (Südafrika) nach Daressalam in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) von den britischen Behörden nicht genehmigt wurde, ging das Flugzeug auf dem Seeweg am 4. Juli 1914 von der Lüderitzbucht mit dem Dampfer "Khalif" nach Daressalam. Dort wieder montiert, konnte Bruno Büchner noch einen Probeflug durchführen, bevor der erste Weltkrieg begann.

    Der Pfalz-Doppeldecker wurde von der deutschen Schutztruppe requiriert und stürzte bei einem Erkundungsflug ab. Aus den Resten des Flugzeugs baute man ein Wasserflugzeug. Als sich jedoch herausstellte, dass nicht genügend Treibstoff vorhanden war, montierte man den Flugzeugmotor auf einen Eisenbahnwagen und führte zwei Materialtransporte von Daressalam nach Morogoro durch.

    Erste größere Halle der Pfalz- Flugzeugwerke in Speyer, 1914

    Errichtung der ersten eigenen Fertigungshalle

    Am 6. Februar 1914 beschloss der Speyerer Stadtrat, dem Ersuchen der PFW zu entsprechen, und verkaufte eine Fläche von 7.000 m² an der Ecke der alten Lußheimer Straße zur Errichtung einer Flugzeugfabrik.

    Schon bald danach errichtete man eine eigene Fertigungshalle, die mit der weithin sichtbaren Beschriftung Pfalz-Flugzeugwerke Speyer am Rhein versehen war.

    Zeitlich hatten die Pfalz-Flugzeugwerke großes Glück. Einen Monat vor Kriegsbeginn wurde man mit der Fabrikhalle fertig und es konnte mit der Fertigung von Parasol-Eindeckern begonnen werden. Kriegsbedingt stellten die Pfalz-Flugzeugwerke bis Ende 1918 die unterschiedlichsten Flugzeuge - sowohl in Lizenz als auch eigene Entwicklungen - her.

    Die Pfalz-Flugzeugwerke hatten sich im Jahre 1917 zum leistungsfähigsten Flugzeugunternehmen des Königreiches Bayern entwickelt und galten innerhalb des Deutschen Reiches als bedeutender und zuverlässiger Flugzeughersteller auf dem Niveau der Firmen Fokker und Albatros.

  • 1919 -1932
    Eine erfolgreiche Ära ging zunächst zu Ende

    Nach der Besetzung - verlassene Halle, 1919

    Eine erfolgreiche Ära ging zunächst zu Ende

    Direkt nach Ende des Krieges wurde der Rest der Pfalz-Flugzeugwerke von französischem Militär besetzt. Die Einrichtung sowie das Material wurden beschlagnahmt.

    Am 4. Juni 1919 wurden die Pfalz-Flugzeugwerke in "A.G. Pfalz" umbenannt bzw. neu gegründet. Der offizielle Zweck der Firma war gemäß Handelsregistereintrag "Schiffbau, Fabrikation, Ein- und Verkauf aller Gegenstände und Sachen der Industrie ..."

    Nach vielen Schwierigkeiten ging die Firma leider nach und nach unter. Das offizielle Ende kam 1932, als wegen offener Forderungen die Zwangsversteigerung eingeleitet wurde.

  • 1932 -1945
    Gründung der Flugwerke Saarpfalz

    In Stand gesetzte He 51 und Bf 108 auf dem Flugplatz in Speyer, 1940

    Gründung der Flugwerke Saarpfalz

    Am 1. Oktober 1937 tritt die "Betriebsordnung der Flugwerke Saarpfalz GmbH, Speyer am Rhein" in Kraft. Unterzeichnet wurde sie vom Betriebsführer Otto Schirmmeister.

    Da der Flugplatz bei Übernahme der Flugwerke Saarpfalz noch nicht für den Einflug der in Stand gesetzten Flugzeuge geeignet war, brachte man die Flugzeuge anfangs auf dem Landweg nach Mannheim-Neuostheim. Deshalb richtete die Stadt den Flugplatz 1937/38 so her, dass für den Einflug der in Stand gesetzten Flugzeuge ein geeigneter Start- und Landeplatz zur Verfügung stand.

    Ende 1937 gab es bereits 200 Mitarbeiter, und das Unternehmen wuchs bis zum Kriegsbeginn 1939 auf 500 Mitarbeiter an. Da die Flugzeugwerke Saarpfalz kein Entwicklungsbetrieb waren, übernahmen sie Instandsetzungs- und Umrüstarbeiten für andere Flugzeugfirmen. Dazu zählten unter anderem Flugzeugtypen wie die Focke-Wulf Fw 58, Heinkel He 45, He 46, He 51 und He 111, Junkers Ju 52 und Ju 88.

    Aufgrund umfangreicher Arbeiten wuchs die Belegschaft auf etwa 1.500 Mitarbeiter an.

    Mitte März 1945 kam durch den Vormarsch der amerikanischen und französischen Truppen bereits das nächste "Aus" für den Flugzeugbau in Speyer.

  • 1955 - 1964
    Die Ernst-Heinkel-Ära

    Kabinenroller Nr. 1 der Ernst-Heinkel-Fahrzeugbau GmbH, 1956

    Die Ernst-Heinkel-Ära

    Aufgrund der steigenden Motorisierung erweiterte Prof. Ernst Heinkel sein Unternehmen 1954 durch die Ernst Heinkel Motorenbau GmbH in Karlsruhe und 1955 durch die Ernst Heinkel Fahrzeugbau GmbH in Speyer. Man darf davon ausgehen, dass der dazugehörige Flugplatz den Ausschlag für den Speyerer-Standort gab. Denn der Flugzeugbau blieb auch in Deutschland sein nächstes Ziel.

    Am 18. Oktober wurde die "Kabine" dem TÜV Stuttgart vorgestellt, und am 23. Februar 1956 gab es die erste Betriebserlaubnis vom Kraftfahrt-Bundesamt. Von den Typen der Heinkelkabine 150, 153 und 154 fertigte man in Speyer ca. 3.800 Stück. 1961 wurden die zwei Fertigungsstraßen nach Irland und Argentinien verkauft. Der maximale Ausstoß betrug bis zu 50 Fahrzeuge täglich.

    CM 191 auf dem 24. Internationalen Luftfahrt-Salon in Paris, 1961

    Der Flugzeugbau wurde wieder aufgenommen

    Bereits 1956 gab es wieder Aktivitäten im Flugzeugbau. So wurden neben der Fahrzeugproduktion während der Jahre 1957-1959 auch Reparatur- und Wartungsarbeiten für verschiedenste Flugzeuge übernommen.

    Ernst Heinkel verstarb sechs Tage nach seinem 70. Geburtstag am 30. Januar 1958. Bald danach erfolgte die Umbenennung seiner Firma in Speyer zu seinen Ehren und wegen zunehmender Flugzeugbautätigkeiten in Ernst Heinkel Flugzeugbau GmbH.

    Von 1958 bis 1964 wurden zahlreiche Flugzeuge entwickelt und in Serie gefertigt sowie Flugzeugkomponenten hergestellt. Dazu zählen unter anderem: Tragflächen und Leitwerke für den Lookheed-Nachbau F 104, Serienbau der Fiat G 91, Bauvorrichtungen und Komponenten für das Verkehrsflugzeug F-27 "Friendship" und Entwicklung eines eigenen Verkehrsflugzeugs HE 211.

    Nach dem Aufbau der Bundesluftwaffe mangelte es an Aufträgen und auch an notwendiger Finanzkraft, um allein Großprojekte durchzustehen. Das Werk war nicht mehr zu halten. Am 20. November 1964 kam es deshalb zum Zusammenschluss mit den Vereinigten Flugtechnischen Werken in Bremen.

  • 1964 -1983
    Fusionierung von drei Firmen zu Vereinigte Flugtechnische Werke

    Fusionierung von drei Firmen zu Vereinigte Flugtechnische Werke

    Fusionierung von drei Firmen zu Vereinigte Flugtechnische Werke

    Mit der Fusion von Focke Wulf und Weser-Flugzeugbau und dem Ernst Heinkel Flugzeugbau zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW) im Jahre 1964 war Speyer ab 1965 nicht mehr Sitz eines eigenständigen Unternehmens, sondern nur noch ein Fertigungswerk im VFW-Firmenverbund.

    Durch die Entwicklung der C 160 Transall wurden im Werk Speyer Bauteile für dieses große Transportflugzeug gefertigt: Triebwerksgondeln, Höhenleitwerk und Höhenruder für 169 Flugzeuge. Ebenso war das Werk Speyer mit Bauteilen an der Fertigung der 387 Hubschrauber des Typs UH-1D bei der Firma Dornier beteiligt.

    Im Jahre 1968 fusionierte man mit der niederländischen Firma Fokker GmbH zu Vereinigte Flugtechnische Werke-Fokker GmbH - VFW-Fokker. Nach dem Beschluss des Bundestages im seben Jahr, den Hubschrauber CH-53 der Firma Sikorsky zu beschaffen, begann VFW-Fokker 1969 mit den Planungen für die Serienfertigung in Deutschland.

    Ab 1969 gab es in Speyer eine richtige Blütezeit. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 1.344 auf fast 1.800 Mitarbeiter. Die Lizenzproduktion erfolgte zusammen mit Sikorsky (USA), MBB, Dornier und der Triebwerksfirma MTU.

    Jedoch fehlten mit Auslauf der Sikorsky-Lizenzproduktion für den Hubschrauber CH-53G ab 1975 umfangreiche Folgeaufträge. So kam es zum Existenzkampf. Neue Aufgaben wurden gesucht und gefunden. Ab 1978 wurden Bordküchen hergestellt. Parallel dazu wurden für die U.S. Air Force "Analytical Condition Inspections" an Hubschraubern durchgeführt und für den Alpha Jet sowie den Tornado die Außentanks gefertigt.

    1980 wurde die Trennung von der Firma Fokker erforderlich, und man firmierte wieder als "Vereinigte Flugtechnische Werke GmbH".

  • 1983 - 1991
    Übernahme durch Messerschmitt-Bölkow-Blohm

    Feierliche Eröffnung des Helicopter Service Centers Speyer, 1985

    Übernahme durch Messerschmitt-Bölkow-Blohm

    Nach der Übernahme von VFW durch die Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH 1983 wurde das Speyerer Werk wirtschaftlich gestrafft, in den Unternehmensbereich "Drehflügler und Verkehr" integriert und zu einem modernen Fertigungs- und Hubschrauberbetreuungswerk ausgebaut.

    Am 17. Oktober 1985 wurde nach zweijähriger Umstrukturierung das neu gestaltete Helicopter Service Center (HSC) von MBB offiziell in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben. In dem HSC wurden zivile und militärische Hubschrauber inspiziert, gewartet und in Stand gesetzt.

    Das MBB-Werk Speyer war in der MBB-Unternehmensgruppe Hubschrauber und Flugzeuge ein Betreuungs- und Fertigungsstandort mit hoch qualifizierten Mitarbeitern und langer, traditionsreicher Flugzeug- und Sondertechnik-Erfahrung.

    In den Jahren 1987 und 1988 geriet das MBB-Werk in Speyer in die Schlagzeilen. Der Standort befand sich in Verbindung mit den Turbulenzen um das Gesamtunternehmen erneut in Gefahr. Ende 1989 erfolgte der Zusammenschluss von MBB und der mittlerweile gegründeten Deutschen Aerospace (DASA).

  • 1991 - 1996
    Deutsche-Airbus-Ära von 1991 bis 1996

    Deutsche-Airbus-Ära von 1991 bis 1996

    Mit der Übernahme durch die Deutsche Aerospace bzw. Daimler Benz wechselten die Namen des Speyerer Werkes immer häufiger. Von 1991 Deutsche Airbus GmbH über 1992 Deutsche Aerospace Airbus GmbH änderte sich schließlich der Name 1995 in Daimler Benz Aerospace Airbus GmbH (DASA).

    Das Werk wandelte sich in ein reines Airbus-Fertigungswerk für Schalen, Kabel und Rohre. Damit war man aber auch von den Wellenbewegungen des Airbus-Konzerns direkt abhängig. Die Belegschaft sank weiter unter die magische Zahl 1.000 auf nur noch 700 Mitarbeiter. Aufgrund umfangreicher Probleme im Airbus-Konzern wurde das so genannte Dolores-Programm ins Leben gerufen. Dabei standen plötzlich wieder einige Werke zur Schließung an. Speyer gehörte auch dazu. Deshalb suchte die DASA ab Herbst 1995 einen Käufer für das Werk.

  • 1997 - 2001
    Ursprünglicher Name von 1913: Pfalz-Flugzeugwerke

    Schlüsselübergabe an die neue Geschäftsführung, 1996

    Ursprünglicher Name von 1913: Pfalz-Flugzeugwerke.

    Im März 1996 wurde die DASA-Fabrik den Mitarbeitern in Form einer Mitarbeiter-AG übereignet, und die Geschäftsführung übernahmen drei Manager der DASA-Fabrik. Mit der Übernahme wurde Speyer vorerst ein reines Zulieferwerk für Frachtladesysteme, Klimarohre, Zusatztanks und Verkleidungen von Airbus-Flugzeugen. Am 1. Januar 1997 ging das Werk offiziell in die Hände der noch verbleibenden 523 Mitarbeiter über, und der Name des ersten Flugzeugwerks in Speyer wird wieder verwendet: Pfalz-Flugzeugwerke.

    Nach einem Jahr, am 22. Januar 1998, hieß es im Mannheimer Morgen: "Bei uns herrscht eine Bombenstimmung." Von Personalabbau war keine Rede mehr, inzwischen wurde die Mannschaft sogar mit Leiharbeitern verstärkt, 617 Mitarbeiter standen auf der Gehaltsliste, und auch der Planumsatz von 125 Mio. DM wurde erreicht.

    Eingangsbereich mit neuem Logo, Speyer 1997

    Heute sind die Pfalz-Flugzeugwerke in einer erfreulichen Situation. Mit der positiven Entwicklung in der Zivilluftfahrt und beim Airbus gibt es einen mächtigen Aufschwung.

    Um den weiteren Ansprüchen des rasant wachsenden Luftfahrtmarktes auch in Zukunft gerecht werden zu können, entschied man sich 2001 zur Erlangung weiteren Kapitals zum Verkauf von Anteilen an die Safeguard International Fund. Dieser Schritt ermöglichte eine weitere und rasche Expansion gerade in Hinblick auf den internationalen Markt.

  • 2002 - ...
    2002 bis heute

    Das neue Werk in Izmir, Türkei

    2002 bis heute

    Nach dem Anteilsverkauf an die Safeguard International Fund wurden die strategischen Ziele des Unternehmens weiter ausgebaut. Im Mittelpunkt stand die Internationalisierung.

    So gründete man bereits im Jahre 2003 ein weiteres Produktionswerk in Izmir, Türkei. Beschäftigte man sich dort zunächst mit der Herstellung von Zusatztanksystemen sowie kleinerer Strukturbaugruppen, so wurde die Produktion im laufe der Jahre breiter aufgestellt.

    Rohrfertigung bei der PFW Aerospace UK

    Ein weiterer Meilenstein in der jüngeren Firmengeschichte war der Zukauf des englischen Unternehmens RSM mit zwei Standorten in Nuneaton und Farnborough. Hiermit hatte PFW erstmalig Zugang zum Markt der so genannten Dressings. Dabei handelt es sich um Rohrleitungen, die aufgrund ihrer Verbauung in Triebwerken besonders hohen Belastungen ausgesetzt sind. In 2006 entstand in der Nähe der Produktionsstätte in Nuneaton ein neues Werk, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Das Unternehmen wurde in PFW Aerospace UK umbenannt.

    PATTS Design

    In 2005 unterstreicht PFW durch eine Teilhaberschaft (20%) am Unternehmen GCT die bestehende strategische Partnerschaft im Bereich des Engineering. Gemeinsam mit GCT entwickelte PFW in den Jahren zuvor ein Tool namens PATTS (Parametric Analysis Tool for Tubing Systems), welches eine enorme Performancesteigerung im Bereich des Engineering von komplexen Rohrleitungssystemen darstellt.
    Im gleichen Jahr (2005) konnte PFW mit Boeing einen weiteren großen Namen der Luftfahrt in sein Kunden-Portfolio aufnehmen. Mit verschiedenen Rohrleitungssystemen für den Boeing 787 Dreamliner erhielt PFW seinen ersten direkten Auftrag durch den multinationalen Konzern.

    Spécitubes Werk in Frankreich

    Durch den Zukauf des französischen Unternehmens Spécitubes mit zwei Standorten in Frankreich (Nanterre und Samer) geht 2006 die Internationalisierung in die nächste Runde. Mit Spécitubes übernahm man einen langjährigen Lieferanten im Bereich der Rohrhalbzeuge.

    Mitte 2006 ändert das Unternehmen nun nochmals offiziell seinen Namen. Längst sind die Pfalz-Flugzeugwerke weltweit unter dem Akronym PFW bekannt. Um diesen Namen nun auch amtlich führen zu dürfen, erfolgt im Juni 2006 die Umfirmierung in die PFW Aerospace AG. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Unternehmenskauf der Garner CAD Technic GmbH (GCT), die im Jahr 2009 zu 100% übernommen wurde. Mit dem Zukauf der britischen HPL Group im Jahr davor (2008) gelang es PFW, sich weiteres Know-How im Prototypenbau sowie das Tor zum chinesischen Markt zu erschließen.   2011 Airbus übernimmt 74,9% von PFW   2013 Umfirmierung der GCT Gruppe in PFW Engineering GmbH